a long way home


Die Nacht war ziemlich unruhig. Um 2 bin ich aufgewacht, weil es auf mein Bett geregnet hat. Ich habe gestern das Fenster geöffnet, trotz den Mosquitos. Die Luft war einfach zu stickig. In der Nacht hat es dann aber mächtig gestürmt – die Regenzeit beginnt. So hat der Wind den Regen bis zu mir ins Bett gebracht. Am Morgen bin ich zum Klang von Cellos aufgewacht. Es war so ein tiefer, monotoner, brummliger Klang. Als ich etwas mehr wach war, realisierte ich, dass das die Stimme des Muezins ist, der zum Frühgebet ruft. Im Moment ist ja Ramadan. Dem Muezin würde mal ein paar Gesangsstunden gut tun.
Um 06:30 geht es dann mit dem Taxi los zur Fähre. Die Überfahrt mit diesem halb verrosteten Kahn dauert um die 45 Minuten und ist jedes mal ein Erlebnis. Vor allem bei der Hinfahrt kann ich es geniessen. Bei der Rückfahrt begleitet mich jeweils ein flaues Gefühl und ein paar ängstliche Gedanken: Erwische ich den Flug? Reicht die Zeit? Fährt die Fähre rechtzeitig? Kommt sie auf der anderen Seite an? Ich versuche, diese Gedanken so gut es geht zu ignorieren oder zu verscheuchen – aber so ganz gelingen will es jeweils nicht. Ich erinnere mich noch an die eine Nacht am Flughafen in Lagos, als wir den Flug verpasst haben und für die Umbuchungen ein Vermögen bezahlen mussten. Oder an den Stress, als Air France den Flug um einen Tag nach hinten geschoben hat, ich dann fast die Fähre verpasst hätte und damit meine Freunde, denen ich meine letzten Dollars gegeben habe und dann in dieser zusätzlichen Nacht noch die Malaria bei mir ausgebrochen ist. Tja, Malaria bricht erst sieben Tage nach der „Infektion“ aus – aber die ganze Kombination war dann doch etwas viel.
Beim Beladen der Fähre passiert noch ein kleiner Unfall. Ein Bagger setzt sich selbstständig in Bewegung und donnert in die Laderampe. Gott sei Dank wurde niemend verletzt und das Schiff ist nich zu stark beschädigt. So können wir rechtzeitig ablegen.
Auf der anderen Seite nehmen wir ein Taxi und in 15 Minuten sind wir in in Lungi, dem Flughafen. Der Taxifahrer ist natürlich ein Fan von Manchester United. Es gibt wohl keine Person hier in Westafrika, die nicht irgend einen Club in der Premier League unterstützen würden – und die meisten davon huldigen ManU. Ab und zu auch mal ein Chelsea-Supporter und sehr selten treffen ich auf meines gleichen: Fans des einzig wahren Liverpool F.C. Tja, anscheinden können auch ManU-Supporter Auto fahren und so kommen wir sicher am Flughafen an. Kurzer Checkin, dann Immigration, und sicher fünf mal Sicherheitscheck bis ich im Flugzeug bin. Dann geht es über London nach Zürich. Der Flug nach London ist etwas bumpy. Ich schneide zuerst ein paar Videos und widme mich dann dem Essen und dem Unterhaltungsprogramm…
Kurzer Transit in London und now finally heading home! Eigentlich habe ich in Heathrow damit gerechnet, vom Terminal 5 zu fliegen. Finde dort aber keinen Flug nach Zürich sondern ab Terminal 1. Heathrow hat coole Büsse, die die Terminals verbinden und so geniesse ich eine kleine Flughafenrundfahrt – retour! Denn im Terminal 1 sehe ich, dass mein Flug doch ab Terminal 5 geht. Judihui! Es reicht aber noch für ein Sandwich und ein Bier, bis es dann in den Flieger geht, natürlich mit mir als letzten, der einsteigt…
Das Wetter ist ziemlich klar und so sieht man ziemlich gut, wo wir durch fliegen – in Moment gerade an der Küste Frankreichs. Am Montag ist es dann soweit: Das Camp in Frankreich startet. Thierry Kopp hat mir eben noch eine Email geschrieben, dass sich nun 45 Jugendliche angemeldet haben. Leider haben wir bis jetzt noch immer niemanden, der die Küche schmeist, dafür guten Worship mit einer Crew aus Heidelberg und ein paar netten Stories aus Afrika. Doch vorher steht morgen noch ein Meeting in Bern an und dann am Samstag eines in Genf. Am Sonntag habe ich frei – und dann steht eine grosse Überraschung an: Eliane und ich gehen zusammen an die Sommerfest-Spiele in Bregenz und schauen uns die Zauberflöte an. Für Eliane ein Traum: Endlich eine richtige Oper und erst noch ihr Favorit: die Zauberflöte. Und ja, ich freue mich auch.
Unterwegs habe ich an den verschiedenen Videos gearbeitet, die ich während der Reise aufgenommen habe. Doch leider hält auch der Akku eines MacBooks nicht ewig. Das ganze muss also bis morgen warten.

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