Schockierend


Eben hat sich die Katastrophe in Haiti zum ersten mal gejährt. Wir haben viel gehört, gelesen und gesehen über die schreckliche Katastrophe in Haiti. Tausende Menschen starben – während des unmittelbaren Erdbebens, in der Zeit danach und jetzt an der sich ausbreitenden Cholera. Es ist gut und richtig, dass wir davon hören und uns engagieren.
Gleichzeitig geschehen in anderen Teilen derselben Welt noch weit schrecklichere Dinge, von denen wir kaum hören. So zum Beispiel im Kongo – der Democratic Republic of Congo. Dieses Land, eines der ärmsten der Welt, steckt eigentlich immer noch mitten im Bürgerkrieg. Vor allem die Provinz Süd-Kivu, die an Ruanda angrenzt, wird von Rebellen beherrscht. Weder die Uno und noch viel weniger die Regierung können oder wollen etwas tun.

Dort lebt ein neunjähriges Mädchen, das zusehen musste, wie ihr Vater ermordert und ihre Brüder verschleppt wurden. Doch nicht genug, anschliessend wurde sie und ihre Mutter mehrmals vergewaltigt. In anderen Fällen hört man, dass die Opfer sogar das Fleisch ihrer toten Verwandten essen mussten.

Im 2008 registrierte die Uno 15’996 Fälle von sexueller Gewalt – 65% davon an Kindern, 10% davon Mädchen im Alter unter 10 Jahren. Und die allermeisten Vergewaltigungen werden gar nie registriert. Wie könnten sie auch, bei einem so grossen Land und bei so übermässiger Gewalt und Brutalität.

Man schätzt, dass während des 14jährigen Bürgerkrieges in Liberia bis zu 75% aller Frauen sexuelle Gewalt erleiden mussten. Die meisten sogar mehrfach. Die meisten Tutsi-Frauen in Ruanda wurden vergewaltigt oder sexuell verstümmelt. Bei einer Untersuchung in Chad unter Flüchtlingen aus Darfur liessen sich bei einem Drittel aller Frauen Spuren der Vergewaltigung nachweisen. Die Statistik ist gleich in Sierra Leone, Uganda oder der Zentralafrikanischen Republik.
Mich schockieren diese Zahlen – und noch viel mehr, dass wir kaum etwas davon hören. Die Ohnmacht, nichts oder nur wenig dagegen unternehmen zu können, ist wohl zu gross.

Artikel zum Thema:
Stern vom 31.7.2007
TAZ vom 25.8.2010
All Africa vom 12.1.2011

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