Achterbahn


Im Moment befinde ich mich auf einer emotionalen Achterbahnfahrt. Diesen Sonntag fände der Marathon in Luzern statt. Ich habe ein Jahr nun darauf trainiert, 20 Kilogramm unterwegs liegen gelassen, zwei paar Jogging-Schuhe abgelaufen und mich einfach darauf gefreut, diese Herausforderung anzugehen. Tja, der erste Satz steht im Konjunktiv, denn im Moment ist meine Teilnahme alles andere als sicher. Seit mehr als einer Woche kämpfe ich gegen Erkältung und Grippe an. Das ganze fing letzten Montag an, erreichte mitte letzte Woche den Höhepunkt und flachte dann vor dem Weekend ab. So war für mich die Welt wieder in Ordnung und ich bereit für den Challenge. Diesen Montag schlug es aber wieder mit voller Wucht zu: Die Kopfschmerzen waren zurück, begleitet von Schüttelfrost, Schweissausbrüchen und Energietiefstand. Tja, jetzt ist Mitte Woche – noch drei Tage Zeit, mich zu erholen. Im Moment steht die Ampel auf Orange. Die Teilnahme ist immer noch unsicher, ich schätze die Chance ist 50:50.
Die ganze Situation auf der Achterbahn stimmt mich aber auch nachdenklich. Wie gehe ich damit um, wenn ich Ziele nicht erreiche. Auf den Marathon habe ich mich sehr konsequent vorbereitet, doch jetzt könnte etwas mein Ziel zerstören, das einfach ausserhalb meines Einflussbereiches liegt. Mich nervt das, macht das wütend. Auf der anderen Seite ist es jedoch nur ein sportliches Ziel. Es bricht keine Welt zusammen, wenn ich am Sonntag nicht starten kann – eine nächste Möglichkeit ergibt sich sicher nächstes Jahr.
Viel wichtiger sind doch die grösseren Ziele in unserem Leben. Wie reagiere ich, wenn ich andere Lebensziele nicht erreiche: Eine Familie, die es gut miteinander hat und Leben, Freude, Friede und Segen lebt; die Vineyard Aarau als Weggemeinschaft, die miteinander Gottes Reich in der Region Aarau sichtbar macht; oder unser Hilfswerk Vision West Afrika, das den Ärmsten der Welt Hilfe bringt, indem sie unterstützt, befähigt und inspiriert. Meine Aufzählung enspricht wohl nicht gerade dem SMART-Anspruch an Zielen und sollten eher als Visionen bezeichnet werden. Und doch merke ich, dass auch diese Träume von vielen anderen Faktoren abhängen, die ausserhalb meines Einflussbereiches liegen. Beim Marathon sind es viele kleine Schritte in Richtung Ziele – und so sind es auch viele Schritte, bis ein Traum Realität wird. Gefragt sind eigentlich nur die Schritte, die es jetzt zu tun gilt – und den Rest muss oder besser darf ich Gott überlassen.

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