der zweitletzte Tag


Morgen geht es endlich wieder heim. Drei Wochen Afrika sind zwar extrem interessant, doch einfach zu lange.  Heute war Trainingspause: D.h. keine Teachings geplant. Mein Tag startete mit einer halben Serie Grey’s Anatomy. Das war so ein bisschen wie das angebissene Sandwich vom Vorabend. Am morgen isst, oder in diesem Fall schaut, man noch das fertig, was man am Abend vorher nicht mehr konnte. Dann ging es auf eine Jogging-Runde: sehr cool, vor allem habe ich mich dieses mal etwas weiter gewagt und bin voll im Slum gelandet. Viel Staub, viele Kinder, die im Dreck spielen, aber auch viele fröhliche Menschen. Der Kontrast ist einfach zu gross: Auf der einen Seite die Schweizer, die alles haben und oft doch so unzufrieden sind, auf der anderen Seite diese Ivoirer, die fast nichts haben und damit doch glücklich sind. Tja, das Wasser, das ich dort dann kaufte, denn mittlerweile ging es gegen Mittag und die Sonne brennte ganz schön, hatte trotz versiegeltem Deckel Ameisen drin. Kurz vor dem Umkehren führte mich meine Strecke aber noch in unbewohntes Gebiet: ein Feldweg, Mais links und Rechts und dann vor mir plötzlich diese kleine Schlucht, mit einem Bach und Palmen – das war zu schön, doch leider hatte ich mein iPhone mal nicht dabei…

Am Nachmittag ging es dann mit der ganzen Crew auf Stadttour. Es war wieder mal eindrücklich, wie gut entwickelt dieses Abidjan im Vergleich zu anderen Städten Afrikas ist. Wir waren im Gebiet mit den Botschaften und dem Präsidentenpalast, auf einem Markt mit Schnecken und Hühnern und Schweinebeinen (Bilder unten), und einer Kathedrale. Diese war im Vergleich zu den Europäischen eigentlich noch ganz schlicht. Dafür war eine der Fensterbilder eine groteske Darstellung der Missionskolonisation. Ich frag mich, wer in einer Kirche in den Gottesdienst geht, in der er jedes mal sehen muss, wie die weissen Engeln den armen Schwarzen endlich das Paradies bringen, während sie selber doch schon halb im Paradies leben. Tja, ich weiss, ich vermische jetzt so ziemlich alles zwischen Imperialismus und berechtigter Evangelisation.

Aber trotzdem. Ich glaube, wir haben alle noch viel zu lernen, was es heisst, dass die gute Nachricht von Jesus in einer Kultur sich selber entwickeln und eine eigentständige, kulturgerechte Bewegung hervorbringen kann. Unser Ausflug ging schlussendlich weiter an den Strand: Traumhaft. Palmen, Meer, Wellen, Sand. Leider hat auch hier die Industrialisierung schon ihre wüsten Spuren hinterlassen. Denn das Wasser war voller Algen und der Strand übersät mit Plastik. Wir hatten trotzdem unseren Spass.

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