Tag 10 – Abidjan


Als ich aufwache, bin ich immer noch etwas geschockt. Tja, eigentlich sollte es mich ja nicht wirklich überraschen. Gestern habe ich den Fernseher eingeschaltet und das erste, was ich sehe, sind zwei kopulierende Menschen. Die Porno-Industrie ist also auch in Afrika angekommen. Schade. Bei den Hotels in Europa ist so ein Kanal normal, aber der Gast muss dafür zahlen – was mir noch nie in den Sinn gekommen wäre. Doch hier ist es gratis. Und es ist erst 22:30 Uhr. Es ist zwar gratis, ich schalte trotzdem um und später dann ganz ab. Heute morgen habe ich mich dann mit ein paar Worten an die Reception gewandt, dass es mich sehr erstaunt, dass so etwas in ihrem Hotel übertragen wird. Es war ihnen ziemlich peinlich – recht so!

Ich geniesse dafür das Frühstück umso mehr und dann die drei Lektionen über Leiterschaft. Wir sprechen weiter über unsere Definition von Leiterschaft: Leadership means moving people unto God’s Agenda. Wir sprechen über Einfluss – die Energie, die eine Gruppe von Menschen bewegt. Und über das Vertrauen, das Einfluss voraussetzt. Wir diskutieren über drei schlechte Quellen von Einfluss (Position, Power, Persönlichkeit) und über einige gute Quellen (Charakter, Gottes Bestätigung, harte Arbeit, Vorbereitung, Gottesbegegnungen, Integrität, gutes Zeugnis von Aussen, etc.) Das beste heute morgen war aber die Rabbi-Schule: eine Diskussion über 1. Petrus 5:1-11. Wow, das war cool. Man merkt richtig, wie die Schüler beim Thema mitgehen und sich weiter Gedanken machen. Es ist auch mein Versuch, nicht nur Inhalte, sondern auch Lernmethoden zu vermitteln. Bis jetzt haben wir Metaplan, World Café, 5-3-1 und eben die Rabbi-Schule benutzt. Morgen geht es dann um die Persönlichkeit des Leiters. Wir werden über den eigenen Lebenskompass sprechen und jeder muss dann für sich selber ein Leitbild erarbeiten: Wer bin ich, was will ich, was ist mir wichtig, etc. Das wird coooool!

Am Nachmittag ist frei. Ich kann etwas arbeiten und dann joggen gehen. Der Saft reicht grad mal für 10 km.

Am Abend machen wir wieder eine Zeit des Austausches. Gestern haben wir einander erzählt, wie wir Christen geworden sind – heute erzählen wir einander, wie unsere Familie aussieht und was unsere Herausforderungen sind.

Leider ist Glorious immer noch nicht eingetroffen. Sie ist am Sonntag aus Freetown mit dem Bus abgereist. Gestern haben wir das erste mal ein Lebenszeichen vernommen und heute kurz telefoniert. Wir sind in Afrika, da dauert alles etwas länger. Aber Sorgen um sie machen wir uns nicht – sie hat einen Krieg überlegt, dann packt sie diese Reise auch.

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