Freunde und Familie


Diesen Sonntag haben wir in der Vineyard Aarau das Thema Freunde und Familie diskutiert. Was bedeuten diese beiden Beziehungsfelder für uns und was sagt die Bibel dazu?

Die Inhalte und vor allem die Diskussion war anregend und herausfordernd. Einleitend zu jedem Themenblock gabs einen Stimmungsbarometer mit interessanten Ergebnissen.

Freundschaften

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Freunde sind uns wichtig und die meisten von uns haben auch gute Freunde. Und doch zeigt sich, dass sich einige mehr gute Freunde wünschen und auch gerne mehr Zeit mit guten Freunden verbringen würden.

Johannes 15:13
13 Grössere Liebe hat niemand als die, daß er sein Leben hingibt für seine Freunde.
Jesus definiert Freundschaft damit, dass der eine sich für den anderen aufgibt. So ziemlich entgegengesetzt dem Gedanken also, den wir häufig haben. Und Jesus lebt das selber auch gleich vor, in dem er sein Leben aufgibt, um sogar für seine Feinde am Kreuz zu sterben.  Das Leben und die Botschaft von Jesus unterstreichen immer wieder diese Hingabe, selbst für die, die eigentlich gegen ihn sind. Und diese Hingabe ist immer auch die Einladung, zu seinem Freund zu werden.
Freundschaft ist für Jesus also nicht, was du kriegst, sondern was du gibst. Sie sind ein Geschenk, das sich da ergibt, wo jemand anders für dich da ist.  Für unsere Freundschaften könnte das heissen:
  • Wenn du für andere ein Freund bist, wirst du selber auch Freundschaft erleben.
  • Freundschaften sind ein Geschenk, aber du musst sie pflegen
  • Hänge die Ansprüche nicht zu hoch, sondern sei dankbar, für das was sich ergibt.
  • Eine Regelmässigkeit kann helfen, Beziehungen zu pflegen
  • Eine Freundschaft ist immer auch zweckfrei – Wettbewerb und Eifersucht sind Gift.

Familie

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Freundschaften werden also gestaltet und ich kann mir immer wieder neu überlegen, mit wem ich wie Zeit verbringen will. Die ganze Familienebene bietet oft weniger Gestaltungsfreiheit. Als Kind werde ich in eine Familie hinein geboren und auch als Eltern sind wir oft in Situationen, die wir uns nicht ausgesucht haben. Und doch ist die Idee von Familie ein krass tolles Konzept, das sich durch die ganze Bibel durch zieht. Adam, Noah, Abraham, Isaak, Jakob, die Stämme, Saul, David und so weiter – alles Familien, in denen und durch die Gott gewirkt hat. Die Väter standen jeweils stellvertretend für die Familie und eigentlich sollten wir da Eva, Sarah, Rebekka, Rahel, Lea, Abigail und Batseba nicht vergessen. Die Bibel erzählt sehr unverblümt von ihren Problemen, Streitereien, Niederlagen. Und dann als Gott in Jesus Mensch wurde, war er Teil einer Familie. Er wuchs auf, übernahm Pflichten und wurde im Familienleben auf das vorbereitet, was dann in den Evangelien beschrieben ist. Sein Bild von Familie war aber keine Romantisierung von Eltern mit tollen Kids, einem Haus, Hund und Katze und netten Familienferien. Er ging von einem Lebensgebilde aus, das gemeinsam Glauben lebt und ein Segen für andere ist.

Matthäus 12
46 Während Jesus noch zu der Menge redete, waren seine Mutter und seine Brüder gekommen. Sie standen vor dem Haus und wollten ihn sprechen. 47 Einer ´aus der Menge` sagte zu Jesus: »Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sprechen!« 48 Jesus wandte sich zu dem, der ihm diese Nachricht brachte, und erwiderte: »Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?« 49 Dann wies er mit der Hand auf seine Jünger und fuhr fort: »Seht, das sind meine Mutter und meine Brüder! 50 Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.«
In der Familie können wir einen lebendigen Glauben leben und erleben. Unsere Kids sehen, wie wir Bibel lesen, beten, vergeben. Der Glaube wird so für uns und auch für  alle in der Familie etwas, das man miteinander pflegt und darin wächst. Und dabei wird uns oft auch bewusst, dass wir als Familie ein Segen für andere sein können. Dies fängt damit an, dass wir uns unserer Nöte und die von anderen Menschen bewusst werden und miteinander für Gottes Eingreifen beten. Wo gibt es in unserem Umfeld eine Not, wo wir helfen können? Wo gibt es Menschen, die wir an unserem Familienleben Anteil geben können? Wie können wir mit unseren Möglichkeiten diese Welt ein Stück besser machen? Hilfreich ist auch da, gesunde Rhythmen zu pflegen und zu einer Regelmässigkeit werden zu lassen – am Familientisch, mit einem Familienabend oder regelmässigen Aktionen mit anderen.
Wer die ganze Predigt nachhören möchte, findet sie hier: Download
Anregungen, Fragen, Kritik? Diskutiere mit in den Kommentaren…

Sauerteig


Mit dem Gottesdienst vom 13. August 17 startet die Vineyard Aarau nach der Sommerpause.

Jesus hat jeweils seine Botschaft nicht direkt auf den Punkt gebracht, sondern Bilder aus dem Alltag verwendet. Seinen Jünger sagte er mal, sie sollen vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer aufpassen. Die Jünger haben es nicht auf Anhieb gecheckt, um was es ging. Jesus nahm aber nicht auf Brot oder Hefe oder Sauerteig bezug, sondern auf das Weltbild, das Gottesbild und die Ansprüche der religiösen Elite. Und im Zentrum ihres Denken stand eine Frage: Wann ist genug?

Meine Gedanken zum Bibeltext aus Matthäus 16 und einen Bezug zu unseren Fragen heute kannst du hier nachhören:

Matthäus 16
1 Eines Tages suchten die Pharisäer und Sadduzäer Jesus auf, um ihn herauszufordern. Dazu baten sie ihn um ein Zeichen vom Himmel. 2 Er erwiderte: »Abendrot verheißt gutes Wetter für den nächsten Tag, 3 Morgenrot bedeutet für den ganzen Tag schlechtes Wetter. Das Wetter könnt ihr anhand der Zeichen am Himmel gut deuten, aber die ganz offensichtlichen Zeichen der Zeit begreift ihr nicht! 4 Nur böse, treulose Menschen verlangen nach einem Wunder. Doch das einzige Zeichen, das ich ihnen geben werde, ist das Zeichen des Propheten Jona.« Damit ließ er sie stehen und ging.
5 Später, nach der Überfahrt über den See, bemerkten die Jünger, dass sie vergessen hatten, Brot mitzunehmen. 6 »Seht euch vor!«, warnte Jesus sie. »Nehmt euch in Acht vor dem Sauerteig der Pharisäer und der Sadduzäer.«7 Sie meinten, er hätte das gesagt, weil sie kein Brot mitgenommen hatten. 8 Jesus wusste, was sie dachten, deshalb sagte er: »Euer Glaube ist so klein! Warum sorgt ihr euch ums Essen? 9 Werdet ihr es denn nie begreifen? Denkt doch an die fünftausend Menschen, die ich mit fünf Broten satt gemacht habe, und an die Körbe voller Brot, die danach noch übrig blieben! 10 Und denkt an die viertausend, die ich mit sieben Broten satt gemacht habe. Auch da blieb so viel übrig! 11 Wie könnt ihr nur auf den Gedanken kommen, dass ich vom Essen gesprochen habe? Ich sage es noch einmal: ›Nehmt euch in Acht vor dem Sauerteig der Pharisäer und der Sadduzäer.‹«12 Da begriffen sie endlich, dass er nicht von Sauerteig oder Brot gesprochen, sondern die falschen Lehren der Pharisäer und Sadduzäer gemeint hatte.
In den Kommentaren nehmen wir die Bemerkungen und Fragen aus dem Gottesdienst auf. Diskutiere mit!

Martin Buber über die Gemeinde


Aber dem ist nicht so; die wahre Gemeinde entsteht nicht dadurch, dass Leute Gefühle für einander haben, sondern durch diese zwei Dinge: dass sie alle zu einer lebendigen Mitte in lebendig gegenseitiger Beziehung stehen und dass sie untereinander in lebendig gegenseitiger Beziehung stehen. Das zweite entspringt aus dem ersten, ist aber noch nicht mit ihm allein gegeben.

Martin Buber


Liebe ist Verantwortung eines Ich für ein Du: hierin besteht, die in keinerlei Gefühl bestehen kann, die Gleichheit aller Liebenden, vom kleinsten bis zum grössten und von dem selig Geborgnen, dem sein Leben in dem Eines geliebten Menschen beschlossen ist, zu dem lebenlang ans Kreuz der Welt Geschlagnen, der das Ungeheure vermag und wagt: die Menschen zu lieben.

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