Der Mythos der erlösenden Gewalt


Der Mythos der erlösenden Gewalt ist, kurz gesagt, ein verabsolutierter Nationalismus. Dieser Mythos spricht an Gottes Stelle, er hört nicht darauf, dass Gott spricht. Er ruft die Herrschaft Gottes als seine eigene an; die prophetische Möglichkeit einer radikalen Veruteilung durch Gott zieht er nicht in Erwägung. Dieser Mythos eignet sich Sprache, Symbole und Schriften des Christentums an. Er sucht nicht Gott, um sich zu ändern, er ergreift Gott, um Veränderung zu verhindern. Der Gott dieses Mythos ist nicht der unparteiische Herrscher aller Nationen, sondern ein Stammesgott, der als Götze verehrt wird. Seine Metapher ist nicht der Weg, sondern die Festung. Sein Symbol ist nicht das Kreuz, sondern das Fadenkreuz eines Gewehrs. Er bietet nicht Vergebung an, sondern Sieg. Seine gute Nachricht ist nicht die unbedingte Liebe zum Feind, sondern die endgültige Vernichtung des Feindes. Rettung bedeutet bei ihm nicht die Verwandlung des Herzens, sondern eine erfolgreiche Aussenpolitik. Der Mythos bemächtigt sich der in Jesus offenbarten Absicht Gottes für die Menschheit. Er ist Götzendienst. Er ist Gotteslästerung. Und er ist unermesslich beliebt.

-Walter Wink, in Verwandlung der Mächte

Himmel


Mit der eschatologischen Zukunft tritt Gottes Ewigkeit in die Zeit ein, und von dort her ist sie allem Zeitlichen, das dieser Zukunft vorhergeht, schöpferisch gegenwärtig.

– Wolfhart Pannenberg

Oder anders gesagt: zu wissen, wie diese Geschichte mit Gott und seiner Schöpfung ausgeht, prägt mit, wie unser Leben bis dahin aussieht.

Sich finden


Ich bin davon überzeugt, dass wir den Zugang zu unserem wahren Sein nur durch Gott finden können. Nur wenn wir in Gott ruhen, finden wir die Gewissheit, die innere Weite und die aufregende Freiheit, zu sein, wer wir sind – alles was wir sind, mehr als das, was wir sind und weniger als das, was wir sind.

– Richard Rohr

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