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- Wie erzählen wir die grosse Story heute?
- Wie übersetzen wir die Story aus einer anderen Zeit in die heutige Zeit?
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- Gott und die Schöpfung
- Adam und Eva als Ebenbild und Eins-sein, die sehr bald dieses Ebenbild und damit auch das Eins-sein zerstören
- Gottes Bundesvolk: Gott bietet den Menschen Erlösung an, welche ihn wieder eins mit Gott, mit sich selber, mit anderen und mit der Welt sein lässt.
- Jesus Christus, der die eigentliche Erzählung ist und in dessen Erzählung wir leben dürfen
- Die Kirche als Gottes Bundesvolkes
- Die Erfüllung, wenn alle Geschöpfe wieder eins sein werden und ihn anbeten.
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- als eine Sammlung von Gesetzen und Geboten
- Als eine Sammlung von Verheissungen und Warnungen (etwas geistlicher auch Segen und Fluch genannt)
- Als eine Sammlung von Rorschachscher Tintenflecke, in die wir unsere Ideen hinein projizieren können
- Als ein gigantisches Puzzle, das es so zusammenzusetzen gilt, dass es am Ende ein schönes Bild ergibt
- Als ein Buch, das durch die Brille eines grossen Meisters (für die meisten ist dies Paulus) zu lesen und nicht Passendes gemäss dem grossen Meister umzudeuten ist.
Leider haben alle diese Lesearten ihre Schwächen und werden dem Gehalt der Bibel nicht gerecht. Der erste findet darin zwar eine Richtschnur für richtig und falsch, verpasst aber, dass die Bibel mehr als Gesetze und Gebote ist. Der zweite bekommt zwar jeden Tag einen netten Spruch auf sein Handy geliefert und ist ermutigt, doch übersieht er dabei den grossen Zusammenhang, den die Bibel als Ganzes zeichnet. Der dritte kann sich zwar wunderbar mit schwierigen Stellen arrangieren, erschafft sich schlussendlich aber einen Gott in seinem Ebenbild. Der vierte erhält zwar ein schönes Bild, das wunderbar zusammen passt, muss aber ein paar Puzzlestücke verschwinden lassen, die einfach nirgends in sein Werk reinpassen. Und der letzte kann zwar schwierige Passagen der Bibel zähmen, gibt sich aber in die einseitige Abhängigkeit eines Schreibers und verpasst dabei die Vielfalt des Gesamtwerkes.
Marlin Watling, Leiter der Vineyard Heidelberg, und fleissiger Mitblogger hat ein paar ganz tolle Artikel über das zentrierte Gemeindemodell geschrieben. Im Englischen sagt man dem centred set, bei uns setzt sich mehr und mehr der deutsche Begriff, das zentrische Modell, durch. Falls es dich interessiert, wie wir hier in Aarau als Vineyard Gemeinschaft leben wollen, empfehle ich dir diese Artikel wärmstens:
- Vielleicht die revolutionärste Kraft: Centred Set
- Ein paar Vorbilder im Centred Set
- Wie geht das Centred Set
- Probleme mit dem Centred Set
Zum Ende des Jahres mein spezieller Lesetipp: Edwin H. Friedman – A Failure of Nerve, Leadership in the Age of the Quick Fix. Friedman baut auf die Familientheorie von Bowen und seine früheren Arbeiten zu Generationenprozessen in Institutionen und Gemeinden auf und macht diese Gedanken und Konzepte für Leiterschaft gewinnbar. Das Resultat, das erst nach Friedmans Tod zusammen gestellt und veröffentlich wurde, ist beachtenswert. Für mich ist es das Buch des Jahres und somit auch das beste Buch über Leiterschaft, das ich bis jetzt gelesen habe. Dies kommt hauptsächlich davon, weil Friedman weder auf Leiterschaftstheorie, noch Technik, noch auf den Charakter des Leiters eingeht. Es geht weder um die fünf Schritte zum Erfolg noch um die 27 Does and Donts, sondern um emotionale Prozesse, der Druck zur Einmütigkeit und der Fähigkeit des Leiters, aus seinen eigenen Werten und Überzeugungen zu leben. Friedman nennt das ganze: Leiterschaft durch Selbst-Differenzierung. Ein fantastisches Konzept und äussert hilfreich. Wer mehr darüber wissen möchte, dem sei natürlich direkt das Buch empfohlen, oder die zwei folgenden Zusammenfassungen:
- http://onmovements.com/?p=600
- http://foranyeyes.blogspot.com/2009/08/book-review-failure-of-nerve.html
Einen guten Überblick gibt auch folgendes Video:
Vor kurzem war ich mit ein paar tollen Vineyard-Leuten aus der ganzen Welt an einem Arbeitstreffen in Barcelona. An einem Nachmittag haben wir die Sagrada Familia besucht. Diese Kirche, mitgestaltet vom grossen Gaudi und immer noch im Bau, ist fantastisch. Erst vor kurzem wurde sie von Papst Benedikt XVI. eingeweiht. Als ich das letzte mal da war, fehlten noch die Wände des “Versammlungsraumes” und demnach konnten dort drin auch noch keine Gottesdienste statt finden. Doch jetzt waren sie da: der schöne Innenraum, der Altar, die Fenster. Nicht schlecht staunte ich aber ab dem Kreuz in der Mitte. Ich bin mir schon gewohnt, dass das Kreuz in der katholischen Kirche nicht leer ist, sondern Jesus da immer noch dran hängt. Wieso weiss ich eigentlich auch nicht so genau, denn Jesus ist ja gestorben, auferstanden und wieder in den Himmel zurück gekehrt. Mein Kreuz ist leer, denn die Auferstehung von Jesus ist für mich genauso wichtig, wie sein Tod. Aber eben, daran hatte ich mich schon gewöhnt. Sehr ungewohnt war jedoch das Dach, das sie dem gekreuzigten Jesus verliehen haben. Irgendwie sieht es jetzt so aus, als ob Jesus mit einem Fallschirm in die Kirche springt und jetzt zur Landung ansetzt. Eine doch etwas amüsante Vorstellung der Inkarnation von Jesus – und natürlich sehr passend für die Weihnachtszeit. Jesus wird Mensch und wohnt unter uns. Doch er ist nicht als fertiger Erwachsener mit einem Fallschirm wie bei einer Invasion auf der Erde gelandet, sondern wurde von einer gewissen Maria geboren und hat bereits als Kind einiges durchgemacht: die ersten Tage in einem Stall, dann als Flüchtling nach Ägypten, ein paar Jahre später wieder zurück nach Israel. Vermutlich wurde er dort zuerst als halber Ausländer beschimpft (was er ja auch war, nur nicht halber Ägypter sondern irgendwie Gott und Mensch zugleich). Dann musste er sehr früh schon bei seinem Vater in der Zimmermanns-Bude mithelfen. Josef ist dann auch ziemlich früh gestorben (man liest ja später nichts mehr von ihm) und so hat Jesus den Betrieb weiter geführt und seine Brüder mit in die Verantwortung genommen. Er war bei allen grösseren regionalen Bauprojekten – und von denen gab es so einige – mit dabei, hat verschiedene Kulturen kennen gelernt, sich auf dem Bau durchsetzen müssen, für seine Mutter und Schwestern geschaut und sich irgendwie zwischendurch immer wieder auf das Eigentliche konzentriert: die Beziehung zu seinem Himmlischen Vater und die Vorbereitung auf seinen Dienst. Wobei, vermutlich war seine Zeit als Zimmermann ja ein Grossteil seiner Vorbereitung, denn so wusste er, wovon er sprach, wenn er sagte, man solle nicht fluchen, man solle seine Feinde lieben, man solle einander vergeben, man solle sich für die Armen und Ausgestossenen einsetzen, etc. Vermutich wäre es ihm auch lieber gewesen, er hätte mit 30 mit einem Fallschirm auf die Erde springen und mit dem eigentlichen Teil seiner Aufgabe beginnen können. Aber so war es nicht. Und das ist doch irgendwie auch ermutigend: Mein Jesus kennt den Alltag, weiss um der Herausforderungen, kann mitfühlen. Und so hat mein Glaube Boden – denn er spielt sich im Alltag ab.
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